Projektgeschichte

Ein Projekt in der Entstehung

Die Vorgeschichte zum Ziel – der Grundgedanke

Welches Ziel kann ein Museum haben? Ganz pauschal gesagt Dinge zu präsentieren – Dinge, die man für Sehenswert erachtet.

Nun ist es das Eine, von hause aus tote Gegenstände zu präsentieren. Eine ganz andere Herausforderung aber ist es, alte, elektronische Geräte zu präsentieren, die nicht nur einfach stumme Zeugen Ihrer Zeit sein sollen – in unserem Fall ein ausgeschalteter, vergilbter Computer, mit einem großen Pappschild versehen, auf dem stehen könnte „…das war er mal, der Amiga/C64/etc., alt, hässlich, groß und konnte für damalige Verhältnisse viel…. BITTE NICHT ANFASSEN, könnte zu Staub zerfallen!“!

Kann es das sein? Wird das den Geräten, den Wegbereitern unserer heutigen medialen Zeit gerecht? Wir finden NEIN! Bei Ausstellungen dieser Art empfinden wir eher ein Gefühl der Unwirklichkeit, ja sogar der Trauer.

Es sollte einen Ort geben, an dem man nicht nur Sachen bestaunen kann, in dem man sie sich anguckt – denn wir selbst wollen kein passiver Museumsgänger sein. Aktiv zu sein, am Geschehen teil zu haben, ein Teil des Museums zu werden, eben als aktiver Besucher die Technik von damals greifbar und hautnah zu erleben, das ist es doch was das visuelle perfekt ergänzt. In virtuellen Welten leben heute schon viel zu viele – auch hier denken wir „back to the roots“.

Genau das ist unser Ziel, seit der ersten Minute. Wir möchten eben keine Hardware mit großen Farbtafeln hinter Vitrinen Glas verstecken und wir wollen auch nicht nur den eingefleischten „Szene-Kreis“ ansprechen, der teils über die selben Geräte in seinem Fundus verfügt. Auch verstehen wir uns nicht als Kuriositäten Kabinett, für exotische Geräte, die nur Insider interessieren, wie z.B. einen der legendären Prototypen aus so manchem Hause. Wir wollen der breiten Masse die alte, gebräuchliche Technik von damals spielerisch und verständlich, ohne großes Fachchinesisch zugänglich machen und eine Brücke zum heutigen Computerzeitalter schlagen.

Die Entstehung, der Weg – das Ziel

Die 80ziger waren das goldene Zeitalter vieler Computerfirmen, wie Atari, Apple, Commodore & Co., um nur die wesentlichsten zu nennen. Die 90ziger hingegen bedeuteten für nahezu alle vorbenannten Firmen das Ende. Die Nutzer hingegen hatten sich oft schon sehr früh organsiert, denn die Computer der damaligen Zeit waren für sie mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand, so wie heute. Viele Computer Clubs, die gegründet wurden, viele offene Vereinigungen, die sich regelmäßig trafen. Darunter war alles vertreten, vom jugendlichen Zocker, bis hin zum IT Entwickler. Gerade im C64 und Amiga Sektor entstand früh eine Szene, die die Geräte gern eigenständig optimierte, sie verbesserte, ihnen Funktionen durch Modifikationen hinzufügte, die selbst die ursprünglichen Hardware Entwickler nicht kannten. Viele Neuerungen, die überhaupt erst durch die Kompetenz vieler Nutzer möglich war.

Aus einer dieser offenen Vereinigungen entspringen auch wir und dort wuchs in den 90zigern auch bereits der Gedanke – die Idee, ein völlig neues, anderes Projekt auf die Beine zu stellen. Wir fanden es nicht nur wichtig alte Nutzer beieinander zu halten, sondern auch neue Interessenten zu begeistern. Ihnen zu zeigen, warum damals totgesagte Computer auch Mitte der 90ziger teils immer noch mehr zu bieten hatten, als die „DOS Kisten“. Doch leider mussten auch wir einsehen, das spätestens Ende der 90ziger kein einziges Homecomputer System der „alten“ Zeit eine wirklich ernstzunehmende und alltagstaugliche Konkurrenz für aktuelle Systeme darstellte.

So wandelte sich unsere Projektidee, denn wir wollten die Ära zumindest weiter in Ehren halten. Viele von uns hatten immerhin dieser Ära ihre berufliche Zukunft zu verdanken (viele neue Berufsfelder wurden in dieser Zeit überhaupt erst geschaffen).

Dort entstand der Gedanke, ein junges Museum zu errichten. Für ein echtes Museum war es aber noch zu früh. Die Homecomputer waren schlicht noch nicht alt genug und wurden von der breiten Masse eher als gescheiterte Dinosaurier betrachtet und belächelt. Viele Nutzer die gerade erst das Kapitel „Homecomputer“ beendet und hinter sich gelassen hatten und nichts mehr davon wissen wollten, stattdessen in den PC Sektor übergesiedelt sind.

So wandelte sich die Idee des Projekts ein weiteres mal und wir verschoben die Kernidee auf einen späteren Zeitraum. Dennoch stand der Name bereits fest – Das CBM Museum Wuppertal war geboren, denn die meisten von uns waren glühenden Anhänger der legendären Computer aus dem Hause Commodore. Da die meisten aus dem Bergischen Land kamen und in Wuppertal schon immer das Zentrum dieser Freunde war, war auch klar, dass es Wuppertal werden sollte.

In der ersten Zeit beschränkte sich das Projekt auf die wenigen, die geblieben waren. Man unterstützte sich gegenseitig, die alten Geräte am laufen zu halten. Es wurde repariert, zusammen gekauft und vom Schrott gesammelt, bis die Finger glühten und so manches mal kam uns der Gedanke „wofür das alles?“. Andere sammelten Briefmarken, wir eben Computer…
Bis uns dann erstmals externe Interessenten ansprachen und uns um Rat baten – verwundert wollten wir natürlich wissen, wie man überhaupt auf uns gekommen sei und oft kam zur Antwort „Der Bruder, meines Freundes, dessen Vater hat erzählt, dass ihr Euch noch mit den alten Kisten beschäftigt!“.

Wieder traten wir zusammen und überlegten uns, ob wir es wagen sollten, mit dem Projekt noch einmal einen Wandel durchzumachen und das, was wir bis dato für uns allein machten, auch anderen anzubieten, die ähnlich denken, wie wir. Es war das Jahr 1997, das Internet kam so richtig in Fahrt, es erschien alles möglich, keine Grenzen, die weite Welt stand uns zu Füssen und jeder, der was auf sich hielt, stellte selbst eine Internetseite ins Netz. Wir konnten nun erstmals auf unerschöpflich scheinende Möglichkeiten zurückgreifen, z.B. Ersatzteile zu beziehen, Anleitungen zu finden und allgemeines Wissen per Mausklick auf den heimischen PC zu holen. Außerdem war es nun möglich, sich auf einfachste Weise mit anderen Gleichgesinnten aus der ganzen Welt auszutauschen.

1998 startete dann erstmals das Experiment „Webpräsenz“. Wir stellten uns auf einer minimalistischen Seite ohne große HTML Codes vor und eine einzige E-Mail Adresse war unser Briefkasten des WWW. Anfangs tat sich nicht viel doch mehr und mehr Zuspruch und Interesse kam auf uns zu, sodass das Projekt seine Aufgabenfelder erweiterte und schlussendlich dort angelangt ist, wo es heute steht.

Derweil ist einiges an Zeit vergangen und der Gedanke des Museums rückt nun auch wieder näher, sodass es wirklich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es so weit ist.

Letztlich aber haben wir eine Erkenntnis aus diesem Werdegang gezogen:

Der Weg zum Ziel, ist oft das Ziel selbst!

Mit diesem Leitspruch führen wir unser Projekt nun schon bald 20 Jahre und mittlerweile recht professionell, wenn auch weiterhin auf privater „NON COMMERCIAL“ Basis und das soll auch so bleiben. Wir verlieren den Grundgedanken zwar niemals aus den Augen und halten auch weiterhin an der Grundidee fest, doch das Ziel allein ist eben nicht immer alles entscheidend!

Wer nun auf uns neugierig geworden ist, unsere Hilfe direkt in Anspruch nehmen möchte und wissen möchte, was wir genau anbiete, der sollte sich einmal unsere Aufgabenfelder anschauen.

Wer uns und unsere Idee gern unterstützen möchte – sei es durch Sach- oder Geldspenden, oder aber auch anderweitige Hilfe, der schaut bitte einmal im Bereich Spenden rein.

Das CBM Museum Wuppertal

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